Gemeinsam erreichte Erfolge
- Ein Update zu Lilly - Unser gemeinsamer Weg nach der Prüfung
Ich möchte euch ein kleines Update geben, wie es mit Lilly nach der bestandenen Prüfung weitergegangen ist.
Da ich selbst operiert werden musste, war Lilly für vier Wochen nochmals bei ihrer Trainerin in Betreuung. Diese Zeit wurde sinnvoll genutzt: als gezielte Nachschulung. Denn kurz bevor Lilly zu mir gezogen war, hatte sie sich in einem defekten Glasaufzug sehr erschreckt. Normale Aufzüge meisterte sie inzwischen wieder problemlos, doch bei Glasaufzügen oder steilen Treppen mit Glasgeländer bzw. Gitter auf der Seite zeigte sie Unsicherheit. Sie entwickelte zwar keine Panik, blieb aber doch vorsichtig und etwas ängstlich.
Richtig deutlich bemerkte ich das Problem erst, als wir mit dem Zug nach Wien fuhren. Schon beim Einsteigen war Lilly zögerlich. Beim Aussteigen über die steile Railjet-Treppe wurde es dann richtig schwierig, und nur mit viel Mühe konnte ich sie zum Mitgehen bewegen. Ich war kurz verzweifelt – immerhin musste ich am selben Tag auch wieder die Rückfahrt nach Hause antreten.
Natürlich schrieb ich sofort den Trainerinnen, schilderte die Situation – und bekam gleich ein Hilfsangebot: ein Trainingswochenende in Graz. Dort, am Endbahnhof, bleiben die Züge länger stehen, und so hatten wir genügend Zeit, die Aus- und Einstiegsübungen stressfrei zu vertiefen. Zwei intensive Trainingstage später war ich zuversichtlich, dass wir das Thema mit konsequentem Üben auch selbst meistern würden. Zusätzlich trainierten wir nach Traineranweisung Treppen mit Glasgeländer, um Lilly Sicherheit zurückzugeben.
Nur zwei Wochen später stellte sich die nächste Bewährungsprobe: Wir fuhren in meine alte Heimat. Mit reichlich Käse und anderen Leckereien ausgerüstet, wagten wir die Reise. Diesmal klappte schon der Einstieg vollkommen problemlos, und auch der Ausstieg gelang souverän. Meine mutige Lilly hatte gelernt, dass die steilen Stufen und der große Spalt zwischen Treppe und Bahnsteig gar nicht so bedrohlich sind. Was für ein Erfolgserlebnis – für uns beide!
Besonders freut es mich auch, dass Lilly nach anfänglichem Zögern beim Anzeigen – sie hatte sich anfangs nicht getraut, an meinem Oberschenkel zu kratzen – inzwischen richtig mutig geworden ist. Sie zeigt jetzt fleißig an, entweder durch Kratzen am Oberschenkel oder mit dem Bringsel. Das anfängliche Zögern ist komplett verschwunden und sie kann auch sehr hartnäckig sein, wenn ich nicht sofort auf sie höre.
Ich bin den Trainerinnen des ATC unendlich dankbar. Auch nach der bestandenen Prüfung stehen sie uns zur Seite, helfen bei Schwierigkeiten und geben wertvolle Tipps. Das macht für mich eine wirklich gute Ausbildungsstätte aus.
Eine der Trainerinnen erklärte mir, dass es bei einer Fremdausbildung etwa ein Jahr dauert, bis aus Hund und Halter ein perfekt eingespieltes Team wird. Viele Menschen glauben, man bekomme bei einer Fremdausbildung quasi einen „perfekten“ Hund, bei dem nichts mehr zu tun sei. Doch das stimmt nicht. Selbst wenn der Assistenzhund alles mit seiner Trainerin gelernt hat, bedeutet der Umzug zu einem neuen Menschen eine große Umstellung.
Schon einfache Dinge wie der Klang meiner Stimme machen für den Hund einen Unterschied. So hörte sich mein Rückruf für Lilly ganz anders an als bei ihrer Trainerin Lisa – für Lilly war es fast so, als hätte sie das Kommando nochmal lernen müssen. Daher blieb sie an der Schleppleine bis wir genug geübt hatten und sie verstand, dass das Signal das gleiche bedeutet wie bei der Trainerin, auch wenn es ein wenig anders klang.
Lilly fand sich überhaupt sehr schnell in ihr neues Leben ein. Ich teile die Arbeit etwas zwischen ihr und Ylvi auf. Ylvi darf zum Beispiel einmal pro Woche mit zur Physiotherapie – dort gibt es für sie nicht viel zu tun, aber sie hat das schöne Gefühl, weiterhin eine wichtige Aufgabe zu haben. Lilly hingegen begleitet mich zu Psychotherapie-Terminen oder bei Ausflügen mit dem Zug.
Durch Lilly habe ich ein Stück Freiheit zurückbekommen. Ich kann wieder mehr reisen, auch an Fortbildungen in Wien teilnehmen, und Unternehmungen sind wieder viel einfacher möglich. Ylvi genießt ihre wohlverdienten Pausen, und Lilly wächst immer weiter in ihre Rolle hinein.
Ich bin unglaublich stolz auf meine beiden Hunde – und sehr dankbar, dass Lilly mich so mutig auf meinem Weg begleitet.
Lilly ist eine unglaubliche Unterstützung für mich – ihre Hilfe hat mein Leben nachhaltig verändert und meine Symptome deutlich verbessert. Besonders in den letzten Wochen habe ich gespürt, wie viel Sicherheit es mir gibt, Lilly an meiner Seite zu wissen. Sie erkennt zuverlässig Vorzeichen von Dissoziationen und meldet diese aufmerksam an, wodurch ich rechtzeitig reagieren kann.
Dadurch kann ich wieder aktiv am Alltag teilhaben, mutig reisen oder Veranstaltungen besuchen, ohne die ständige Angst, von einer Dissoziation völlig überrascht zu werden und nicht rechtzeitig etwas dagegen zu tun und somit öfter Krampfanfälle zu bekommen.
Lilly schenkt mir tagtäglich nicht nur Freiheit, sondern vor allem Sicherheit – und dafür bin ich ihr und unserem gemeinsamen Weg unendlich dankbar.
eure Klara – mit Ylvi und Lilly
- Ein bedeutender Schritt für Klara & Lilly -
Lies hier, wie sie ihre Teamprüfung erfolgreich bestanden haben.
