Barrierefreies Wohnen

Das hört man oft auf Messen, wo Produkte und Dienstleistungen für Barrierefreies Wohnen, angeboten werden. Zweiter beliebter Satz: „Na so alt werd i net, das i so was brauch“. Liebe Leser, wenn Sie auch so denken, können Sie sich die nächsten Seiten sparen. Für alle Anderen, barrierefreies Wohnen hat nicht nur für behinderte Menschen einen Stellenwert. Barrierefreies Wohnen bedeutet einfach Bequemlichkeit und Wohnkomfort.

 

Sie sind eine Jungfamilie?
Bekommen  Zuwachs?


Also mal ehrlich, wie weit kommen Sie mit ihrem Kinderwagen ohne Probleme in ihren Räumlichkeiten. Wo steht ihr Fahrrad? Ist ihr Bad groß genug, um Ihr Kind zu wickeln.Können Sie problemlos Ihr Bad benutzen, wenn Sie mal mit Gips durch die Wohnung humpeln müssen, oder erreichen Sie problemlos das nächste Stockwerk? Vom Besuch der alten Oma mal ganz abgesehen!


Ja, Sie haben Recht, Barrierefreiheit beginnt im Kopf und hat etwas mit Verstand zu tun! Wenn Sie zukunftsgerecht bauen wollen oder gerade umbauen müssen, denken Sie daran, so bequem wie möglich zu bauen oder die Durchgänge so groß als möglich! Denn, wie sagte schon Herr Kirschner: „Das mas rechtzeitig hot wenn mas braucht“. Nun, wie aber barrierefrei bauen oder einrichten? Vergessen Sie es, wenn Sie glauben, man kann sich als gesunder mobiler Mensch in einem z. B. Rollifahrer, hineindenken. Sie brauchen einen Speziallisten!


Einen davon habe ich besucht. Herr Karl Heinz Hoffmann (www.prohandicap.at) sitzt mit seinem Unternehmen „Barrierefrei Wohnen – Pro Handicap e.U.“ in Gerasdorf bei Wien. Selbst Vater eines mit Downsyndrom geborenen Sohnes und Pfleger einer an Alzheimer Demenz erkrankten Schwiegermutter. Er plant, begeht Wohnungen, zeichnet Umbaupläne und wählt Vorschläge, im Speziellem, für alters- und behindertengerechtes Einrichten und Wohnen.


Selbstverständlich bietet er, wenn Sie es wünschen, eine begleitende Hilfestellung zu möglichen Förderanträgen mit an.


Am Besten ist es, wenn man so einen Speziallisten schon bei der Planung des Hauses aufsucht. Denn egal ob beim Haus oder Fertighaus bauen – wer die eigene Immobilie als Altersruhesitz nutzen möchte, sollte darauf achten, dass zwischen den Räumen sämtliche Übergänge ohne jegliche Schwellen oder Absätze gehalten werden. Die Breite der Türen sollte beim Hausbau so gerechnet werden, dass der Eigentümer auch im Rollstuhl problemlos die Türe passieren kann. Bei der Montage aller wichtigen Bedienelemente im Haus sollte geachtet werden, dass sich diese in einer Höhe befinden, die auch im Rollstuhl noch leicht erreicht werden können. Dies betrifft Lichtschalter, Steckdosen, Klingel, Sprechanlage etc. Das Bad sollte auf jeden Fall barrierefrei geplant werden. Ein großer Raum, in dem auch ein Zutritt mit einem Rollstuhl problemlos möglich ist, und der Zugang zu sämtlichen Sanitären Einrichtungen bietet, ist für ein Bad, dass auch noch im Alter zum barrierefreien Wohnen geeignet ist, notwendig. Dabei haben Sie in der Regel nicht mehr als ca. 3% Mehrkosten zu tragen. Was aber wenn‘s zu spät ist und man umbauen muss?


In diesem Fall sind Sie selbst schon zum Teil zu einem Speziallisten geworden, wenn auch unfreiwillig. Trotzdem würde ich raten, jemandem wie Herrn Hoffmann, zu beschäftigen. Er kennt meist durch Erfahrung den Krankheitsverlauf und schlägt auch die idealen Möbel und Einrichtungen vor. In diesem Zusammenhang bin ich auch auf ein Projekt vom bauMax gestoßen. Sie können zu Ihrem nächsten bauMax gehen, nach einem mobilen Projektberater fragen und ihm von Ihren Problemen des Umbaus und Einrichten erzählen.

Der mobile Projektberater setzt nun die notwendigen Schritte, von der Budgetierung über Hilfestellung bei Finanzierungsansuchen mit Herrn Hoffmann von Pro Handicap als bauMax- Partner (Stadt, Land oder Bank), bis zur Auswahl der Hausprofis. Weil mit Heimwerken ist Essig. Und keine Angst, in diesem Fall gibt‘s nicht die weiße Küche von anno dazumal, Sie bekommen was sie wollen, nur eben funktioneller und barrierefrei.


In absehbarer Zukunft werden Sie wohl Angebote dieser Art auch von anderen Anbietern bekommen. Warum, liegt auf der Hand! Barrierefreies Wohnen ist ein Zukunftsmarkt, da wir eben immer älter werden, und allein dadurch wird bei Vielen die Mobilität eingeschränkt sein.

 

Daher auch ein Aufruf an alle Unternehmer! Denken sie daran: Ob Gasthaus, Geschäfte oder Praxen, barrierefreies Bauen bringt heute schon die Kunden von Morgen!

 

Text: A. Michalik, Fotos: von Herrn Hoffmann zur Verfügung gestellt