Barrierefreies Reisen

Wie angenehm, kann man als Mensch mit eingeschränkter Mobilität, mit öffentlichen Verkehrsmitteln Reisen? Da ich vor einiger Zeit eine Einladung zu einer Pressereise nach Deutschland erhielt, nahm ich diese Chance wahr und begleitete vier andere Journalisten.


Diese vier waren Veronika Freund, Herbert Pichler, Manfred Fischer, Sandra Mader.


Zu Testen gab es Barrierefreien Urlaub in der sächsischen Schweiz, der Stadt Erfurt, sowie das Fränkische Seenland. Um diese Plätze zu erreichen, mussten wir uns mit Flugzeug, S-Bahn und Bahn fortbewegen. Ich war nun gespannt, was unsere drei Rolli Fahrer Herbert, Manfred und Sandra und mich erwarten würde.


Gleich vorweg: Ohne Planung, (und barrierefreies Reisen muss noch besser geplant werden), wird man unliebsame Überraschungen erleben. Unsere Reise wurde von Veronika in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Tourismusstellen perfekt organisiert. Ich kann nur Jedem raten seine Reise von AGR Reisen (Agentur Freund) planen zu lassen. Jahrzehntelange Erfahrung von Herrn Freund, selbst Rollstuhlfahrer, und dessen Gattin Veronika, garantieren von der Anreise – bis zur Unterkunft – und Rückreise, perfekte Organisation.


Wer aber seine Reise selbst in die Hand nehmen möchte sollte sich unbedingt mit den Dienststellen der jeweiligen Beförderer in Verbindung setzen. Bei unserer Reise waren das unsere Fluglinie „Fly Niki“ in Zusammenarbeit mit „Air Berlin“ und „Germanwings“, sowie der Mobilitätsservice der Deutschen Bahn. Bei der DB, sowie ÖBB ist unbedingt auf Platzreservierung zu achten und die Reise vom Mobilitätsservice des jeweiligen Landes mit einzubeziehen. Denn Umsteigzeiten zu Anschlussverbindungen müssen mitgeplant werden.


Wir trafen uns beim Info Center am Flughafen Wien und gingen alsbald zum Check am Schalter von Fly Niki. Schon beim Einchecken wurden wir gefragt, ob wir den „Handicapservice“ für unsere „Rolli-Fahrer“ gleich brauchen oder ob wir erst am Gate abgeholt werden wollen.

Wir entschieden uns für das Gate. Zu erwähnen wäre auch noch, dass jeder seinen eigenen Rolli behalten durfte und sich niemand mit einem Flughafenrolli begnügen musste. Ein eigener Rolli ist halt wie ein passendes Paar Schuhe. Vom Gate weg wurden wir abgeholt und mit einem eigenen Bus zum Flugzeug gefahren.


Dort wurde mit einer Art Hebebühne jeder unserer drei Journalisten zur Flugzeugtür hochgehoben und mit einem schmalen Rolli, jeder für sich, zu seinem Platz gebracht. Den Transfer von Rolli zum Platz konnten alle drei selbst bewältigen, jedoch hätten die Mitarbeiter des Handicapservice den ebenfalls ohne Schwierigkeiten bewältigt. Das Ganze dauerte keine zehn Minuten und schon kamen alle anderen Gäste des Fliegers an Bord.

 

In Düsseldorf gelandet, gab es, nachdem alle Fluggäste ausgestiegen sind, dasselbe Prozedere mit anderen aber genauso freundlichen Mitarbeitern wie in Wien. Und der eigene Rollstuhl stand schon wieder bereit. Der Weiterflug nach Dresden erfolgte genauso problemlos! Dort wurden wir von einem organisierten Behindertenbus in
unsere Unterkunft chauffiert.


Nach 2 Tagen fuhren wir mit der S-Bahn nach Dresden. Da hier die Züge den Bahnschwellen angepasst sind, verfügt die S-Bahn über eine Rampe welche vom Zugbegleiter ausgefahren wird. Auch Radfahrer und Mütter mit Kinderwägen finden diesen Service toll. Am Bahnhof Dresden wurden wir schon vom Mobilitätsservice der Deutschen Bahn, auf unserem Bahnsteig empfangen. Unsere Plätze waren reserviert, das Einsteigen mittels einer kleinen Hebebühne war problemlos und auch unser Gepäck wurde von freundlichen Mitarbeitern der Deutschen Bahn eingeladen. Als wir 2 Tage später von Erfurt nach Würzburg fuhren, dasselbe Bild. Da aber unser Zug Verspätung hatte, gaben wir dem Zugbegleiter Bescheid, dass unser Anschluss in Würzburg Probleme machen würde. Falsch gedacht, der Zugbegleiter hatte unseren genauen Reiseplan in den Händen und hatte am Bahnhof Würzburg schon Bescheid gegeben. Dort wurde unser Regionalzug 10 Minuten aufgehalten um uns aufzunehmen. Hätten wir den Zug verpasst, auch kein Problem. Wie uns die Deutsche Bahn versicherte, hätte uns der Mobilitätsservice der Deutschen Bahn bis zur Weiterreise in Würzburg betreut. Zwei Tage später am Flughafen Nürnberg, absolut perfekter Service für unsere Rückreise im Flieger.

Fazit: Fliegen Sie in die Welt hinaus!


Fliegen mit Rolli und Handicapservice macht Spaß.


Und wenn es in das benachbarte Deutschland geht, darf ich Ihnen in der nächsten Ausgabe von „Seite an Seite“, die von uns besuchten Gebiete, Sächsische Schweiz, Erfurt und Fränkisches Seenland vorstellen.

 

Eines vorweg: Toll was sich hier in Sachen Barrierefreiheit tut!